Der Nachweis, dass sich die Energieeffizienz eines Unternehmens fortlaufend verbessert, rückt künftig stärker in den Fokus des Zertifizierungsverfahrens von Energiemanagementsystemen nach ISO 50001. Hintergrund ist eine zusätzliche Norm zum Energiemanagement, die ISO 50003. Diese enthält international einheitliche und verbindliche Vorgaben zum Auditieren von Energiemanagementsystemen. Sie regelt die Anforderungen an die Zertifizierungsstellen, die Auditoren und die Auditdurchführung. Diese haben in einigen Punkten auch Auswirkungen auf die Unternehmen.

Bisher bestand die Anforderung an die Unternehmen darin, ein funktionsfähiges Energiemanagement zur Verbesserung der energetischen Leistung zu etablieren. Künftig müssen die Auditoren anhand von messbaren, belegbaren Nachweisen prüfen, ob das Energiemanagementsystem dieses Ziel auch tatsächlich fortlaufend erfüllt.

Was ist genau unter einer nachweisbaren Verbesserung der energetischen Leistung zu verstehen? Diese entscheidende Frage wird aktuell in Expertenkreisen diskutiert. Dass der Gesamtenergieverbrauch eines Unternehmens von Jahr zu Jahr kontinuierlich sinkt, ist eher die Ausnahme als die Regel. Deshalb ist es wichtig, Etappenziele in Verbindung mit messbaren, sinnvollen Kennzahlen zu formulieren. So kann über umgesetzte Energiesparmaßnahmen eine Verbesserung nachgewiesen werden. Dazu ist es sinnvoll, sich noch einmal damit der Aussagefähigkeit Ihrer Energiekennzahlen und der energetischen Ausgangsbasis auseinander zu setzen. Wichtig ist auch die Frage, was muss wann und wo gemessen, wie dokumentiert werden, um eine Verbesserung der Energieeffizienz nachzuweisen.

Was ändert sich noch für Sie? Das bisherige, durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) vorgegebene Rechenschema für die Auditzeiten an Standorten berücksichtigt Faktoren, wie den wirtschaftlichen Sektor, die Komplexitätsklasse (Anzahl der Energieträger und Energierelevanz), sowie die Mitarbeiteranzahl. Im Zuge der ISO 50003 wird ein leicht abgewandeltes Verfahren der Auditzeitberechnung angewendet. Künftig werden z.B. die Anzahl der signifikanten Energieverbraucher und anstelle der gesamten Mitarbeiteranzahl die Anzahl des Personals mit einem wesentlichen Einfluss auf den Energieverbrauch an einem Standort berücksichtigt. Zertifizierer und Unternehmen stehen dabei gleichermaßen vor der Herausforderung Wege zur Ermittlung der einzelnen Faktoren zu definieren und diese sinnvoll einzugrenzen. Das neue Verfahren findet spätestens ab dem 14.Oktober 2017 bei allen Erst- und Rezertifizierungsverfahren Anwendung.